MATA

MATA, in Berlin und Bangalore gegründet, sind Architekten, Städtebauer und Gebäudeenergieberater. Markus Tauber und Mathias Peppler haben Architektur und Stadtplanung in Karlsruhe, London und La Coruna studiert. Nach Ihrem Studium folgten Arbeitsaufenthalte in international renommierten Büros in der Schweiz, Indien und Berlin. Gemeinsam mit Ihrem Kooperationspartner, dem Architekt, Holzbauingenieur und Holzgutachter Reinhard Bühlmeyer, bearbeitet MATA Projekte maßstabsübergreifend vom Dachstuhlausbau bis zur Konzeption und Kommunikation von Prozessen im städtischen und ländlichen Raum.


NEUBAU / UMBAU

MATA bündelt mehrere Kompetenzen und bietet so die Bearbeitung aller Leistungsphasen zwischen Architektur, Sanierung, schadstofffreiem Bauen, Gebäudezertifizierung, Energieberatung und Holzgutachten an.


STADT UND LANDSCHAFT

Schwerpunkt der Arbeit von MATA als Städtebauer bildet die Konzeption und Moderation von Prozessen. MATA begleitet Gemeinden und Städte von der ersten Idee bis zur Umsetzung der Projekte. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem stadträumlichen Entwurf, der Stadtentwicklung bzw. Stadtrevitalisierung und der Entwicklung von Methoden zur Kommunikation von Prozessen.


LEISTUNGEN

ENERGIEBERATUNG
HOLZGUTACHTEN
BAUEN MIT LEHM
SANIERUNGSKONZEPTE
SCHADSTOFFREIES BAUEN
KAUFBERATUNG VORBEURTEILUNG VON SANIERUNGSOBJEKTEN
KAUFBERATUNG VORBEURTEILUNG VON DACHSTÜHLEN
KLEINSTPROJEKTE
MOBILE ARCHITEKTUR
STADTPLANUNG
LANDSCHAFTSPLANUNG
INFORMIEREN, BETEILIGEN, KOOPERIEREN
ENTWICKLUNG, MODERATION VON BETEILGUNGSPROZESSEN
ENTWICKLUNG, MODERATION VON RAHMENPLÄNEN
MATA ALS EXTERNE BERATER
BIOGRAFIE

Markus Tauber und Mathias Peppler haben an der TU Karlsruhe sowie an der University of East London und der Universität La Coruna studiert und wurden bereits während Ihres Studiums mehrfach für Ihre Arbeiten ausgezeichnet. Nach Ihrem Studium folgten mehrjährige Arbeitsaufenthalte in international renommierten Büros in Indien und der Schweiz. Morger & Dettli, Diener & Diener, Léon Wohlhage Wernik Architekten.


LEHRE

Mathias Peppler war bereits während seines Studiums an der TU Karlsruhe als Tutor in der Entwurfslehre für das Grundstudium am Institut für Grundlagen der Gestaltung beschäftigt. Markus Tauber war im Anschluss an sein Studium als Assistent am Lehrstuhl für Stadtquartiersplanung der TU Karlsruhe unter der Leitung von Prof. Markus Neppl tätig. Mathias Peppler ist seit 2011 Assistent am Lehrstuhl für Entwerfen und Bauen im Bestand an der BTU Cottbus, zunächst unter der Leitung von Gastprof. Jens Casper und aktuell unter der Leitung von Gastprof. Oda Pälmke.



KONTAKT

mata architekten GbR
Dipl.-Ing. Architekt Mathias Peppler, Dipl.-Ing. Markus Tauber
Kiehlufer 43
12059 Berlin

Tel: +49 (0)176 93175331
info@mata-architekten.de

IMPRESSUM

mata architekten GbR
Dipl.-Ing. Architekt Mathias Peppler, Dipl.-Ing. Markus Tauber
Kiehlufer 43
12059 Berlin

Tel: +49 (0)176 93175331
info@mata-architekten.de

Architektenkammer Berlin, Deutschland
Mathias Peppler, Architektenlisten-Nummer: D-13842

Berufsrechtliche Regelungen:
http://www.ak-berlin.de/ publicity/ak/internet.nsf/tindex/ de_berufsrecht.htm
Berliner Architekten- u. Baukammergesetz vom 6. Juli 2006

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mata architekten GbR

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HAUS UND RAUM

Das Arbeitsspektrum des Büros umfasst alle neun Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Integriert in den klassischen Planungsprozess reichen unsere Kompetenzen weiter vom energetischen Neubau (Niedrigenergiehausstandard) über das nachhaltige Bauen mit Holz- bzw. Holztragwerken bis zur Beratung über schadstoffreies Bauen und Lehmbau.

LEISTUNGEN

ENERGIEBERATUNG
HOLZGUTACHTEN
BAUEN MIT LEHM
SCHADSTOFFREIES BAUEN
KLEINSTPROJEKTE
MOBILE ARCHITEKTUR

Museumserweiterung Schlössli Aarau
für Diener&Diener
2009 Aarau, Schweiz

Das neue Haus stellt ein Gleichgewicht zwischen den zwei existierenden Teilen des Stadtmuseums her und bildet einen Abschluss der bislang undefinierten Platzsituation. Es steht zwischen dem rauhen, aus Findlingen aufgeschichteten Turm und dem Saalbau mit seiner feinen Renaissance- Gliederung. Seine Fassade vermittelt zwischen diesen Architekturen. Grobe Kalksteine bilden ein freies, die Fassade zum Schlossplatz zusammenfassendes Bild. Die leichte Faltung dieser Fassade bewirkt, dass das Haus als körperhafte Entsprechung zum Schlössli erscheint. Die gläserne Krone beherbergt das Verwaltungsgeschoss und ermöglicht die natürliche Belichtung der oberen Hauptausstellung.
Zwei Schiebefenster zum Platz können zu einer einzigen grossen Öffnung zusammengefasst werden und bilden einen neuartigen Bühnenraum an. Drei Ausstellungsebenen erweitern das bestehende Museum. Die neue vertikale Erschliessung fungiert als Zeitachse der Ausstellung, bedient gleichzeitig den Bestand und macht ihn so auch für Gehbehinderte zugänglich.
Schnittdetail
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Konzerthaus Reykjavik
Reykjavik, Island

Als Solitär von der Stadt abgerückt spielt das Gebäude mit den vorhandenen Themen des Ortes. Im Spannungsfeld zwischen Land und Meer und Nähe und Weite wird der Kontrast aus höchstem kulturellen Ereignis und der ursprünglichen Rauheit und Einsamkeit der Insel Islands für den Besucher erfahrbar.

Zwei Eingänge führen den Besucher ins Innere und erschließen eine räumliche Wegsequenz die soziales Ereigniss und funktionale Abläufe im Wechselspiel mit äußeren Eindrücken räumlich zu fassen sucht.
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Einfamilienhaus
2013 Neckartalfingen

Das Wohnhaus wurde für eine Familie mit zwei Kindern geplant. Gefordert wurde Privatraum für jeden Einzelnen, als auch ausreichend große Gemeinschaftsflächen. Entstanden ist ein Haus mit einem hohen Maß an Variabilität, das sich an die Lebensumstände bzw. dem Tagesablauf anpasst. Die Wohnräume wurden auseinandergeschoben, wodurch Zwischenbereiche, Kopplungs- und Freiräume entstanden. Aus einer zuerst geschlossenen Figur entwickelte sich so nach und nach eine dynamische Raumfolge, ein Zwitter aus offenem Grundriss und klar umrissenen Räumen.
Die Kopplungsbereiche liegen zwischen den Bereichen der Eltern und der Kinder, zwischen Küche und Hobbyraum, zwischen Wohn- und Musikzimmer. So ist es möglich, Räume oder Funktionen zusammenzuziehen - z.B. die Kinderzimmer im Obergeschoss. Eine Besonderheit ist der Fahrradstellraum an der Schnittstelle zur Straße und den Parkplätzen. Dabei ist aus der Idee eines Unterstellraums ein multifunktional nutzbarer hochwertiger Raum entstanden, der als auch Hobbyraum zwischen Küche und Außen fungieren kann.

In Hinblick auf Klimakonzept und Nachhaltigkeit baut der Entwurf auf einen harten Kern und eine gedämmte Hülle. Zwischendecke und Innenwände werden in Beton ausgeführt und das Tragwerk der Außenhaut aus Holzrahmen gefertigt. Dies entspricht einer kostengünstigen Bauweise mit sehr guten Dämmeigenschaften bei geringen Wandstärken. Die Holzrahmen werden im Werk vorgefertigt und auf die Baustelle geliefert, was zusätzlich einen schnellen Baufortschritt ermöglicht. Betondecken schaffen thermische Speichermasse, wobei die Wintersonne tief ins Gebäude fällt und gerade die Decken als Massen wirksam werden. Für die Innenbekleidung der Holzrahmen werden Lehmgipsplatten verwendet, welche die Luftfeuchte auch im Winter zusätzlich auf einem guten Maß halten.
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Wochenendhaus im Bambushain
Hängendes Haus
2010 Western Ghats, Karnataka, Indien

Der besondere Wunsch des Bauherrn war eine trockene Insel im gewaltigen Schauspiel des Monsunregens, eine Terrasse, die in die Bergwelt der Western Ghats und einer dichten Geräuschkulisse eingebettet ist. Er verwendete ein einprägsames Bild: „Die besonders teuren Plätze im Shakespeare Theater waren direkt auf der Bühne. Hinter einzelnen Holzsäulen waren Klappstühle aufgestellt und die Zuschauer saßen direkt im Bühnengeschehen.“ Der Bauplatz befindet sich unweit einer Farm am Rand des Bambuswaldes. Es soll ein Ort zum Arbeiten und Schreiben werden, ein Haus für das Wochenende.

Der Entwurf basiert auf einer offenen Konstruktion, nicht einem geschlossenen Konstrukt, eher einer dauerhaften Zeltkonstruktion. Das Grundraster besteht aus gekreuzten Streben, die die Terrasse tragen und die Verschattungselemente abspannen.
Daraus ergeben sich zwei Ebenen: eine Dachterrasse auf Höhe des Blätterwaldes ermöglicht den Blick durch eine Schneise und das Erdgeschoss ist ebenfalls ein nach beiden Seiten hin offener Raum. Kuben in Stampflehmbauweise strukturieren die untere Freifläche und bieten Innenraum, der sich zum Arbeiten anbietet. Das Material ist vor Ort vorhanden und kann einfach verbaut werden.
Die Verschattungselemente bestehen aus dünnen Bambusstangen, die vor Ort geschlagen und zu Matten gebunden werden können. Für die Wohnräume wird eine textile Hülle vorgesehen: eine Regenschutzhülle und eine Fliegenschutzhaut, die abgespannt sind und mit einfachen Reißverschlüssen ausgestattet sind. Die Hülle kann bei Bedarf später auch mit Glasscheiben aufgerüstet werden.
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Hoch verdichtetes Wohnen
Für Ajith Andagere
2010 Bngalore

Bauen in der Megacity Bangalore – Muster des immer Gleichen
Bangalore wurde als Garnisonsstadt der Engländer geplant und ist als Gartenstadt bekannt. Die Verwaltung der Stadt Bangalore hat, wie die vieler anderer indischer Megastädte, ein Problem in Bezug auf Wachstum und Dichte der Stadt. Nach dem Scheitern mehrerer Masterpläne haben sich stark vereinfachte und allgemein verständliche Bauvorschriften durchgesetzt, deren Einhaltung auf der Kontrolle der Nachbarschaft basiert: Es darf bei 3- bis 5-geschossiger Bauweise eine Grundstücksecke und die Straßenkante bebaut werden, ansonsten muß eine Grenzabstand von einem Meter eingehalten werden.
Natürlich werden die Vorschriften umgangen und vorhandene Abstandsflächen ausgefüllt. Die Erschließung der Häuser verläuft außen, es entstehen Laubengänge und offene Treppen, die als reine Erschließungsflächen für den Innenraum bzw. den Wohnraum kaum nutzbar sind. Es zeigt sich ein wenig einprägsamer und sich kontinuierlich wiederholender Straßenraum.
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Hofhaustyp und hoch verdichtetes Wohnumfeld
Ein Wohnhaus für eine Familie mit Kind sollte auf einem typsch kleinen Grundstück 7,5 x 10,5 m gebaut werden. Grundlage für den Entwurf bildet das traditionelle Hofhaus in Kerala. Für die höhere Wohndichte im städtischen Kontext entwickelt sich das Haus spiralförmig um den Innenhof. Die Geschossdecken werden hier zu Treppenpodesten, es entsteht eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung, wobei durch eine durchdachte Anordnung der Wohnräume keine Durchgangsräume entstehen und die Privatheit der Räume bestehen bleibt.
Dieser Gebäudetyp weicht deutlich vom Standard der Nachbarbebauung - der Gebäude mit außenliegender Erschliessung - ab. Mit dem hochverdichteten Hofhaus entsteht ein sinnvoller Dialog zwischen Innenraum, privatem Freibereich und Straßenraum.

Höfe, Freibereiche und natürliche Belüftung
Vor der Fassade stand ein alter Baum, der erhalten bleiben sollte und integraler Bestandteil des Belüftungskonzeps wurde. Große Wandöffnungen im Erdgeschoß sorgen für die Belüftung, vertikale Gärten in Form von übereinandergeschichteten Pflanztrögen (als Fassaden- und Garagentorelemente bzw. als Raumteiler im Innenraum) sorgten für eine bessere Qualität der Frischluft und zusätzlich Kühlung in den Schlafräumen im oberen Geschoss. Die Luft steigt hier an den gestapelten Grünelementen auf und entweicht über den „Kamin“ auf dem Dach des Gebäudes. Die Innenräume lassen sich variabel zu den Freibereichen hin erweitern. So ergibt sich ein Haus, das sich abhängig von Tages und Nachtzeit, familiärer Situation oder Wetterverhältnissen anpassen lässt: ein Beetraum wird zum Wohnraum für die Großmutter, ein Stellplatz zum außenliegenden Wohnzimmer, ein Balkon zum Spielbereich im Sichtfeld des Arbeitstisches der Mutter.

Konstruktion und Materialien
Einen wesentlicher Kostenfaktor sind die Fenster, Türen und der Einbruchschutz. Es lagen großformatige Wandöffnungen vor, es stellte sich die Frage nach einem kostengünstigen Material.
In der Hinsicht war das Projekt ein Versuchsprojekt, wobei die Gebrauchsfähigkeit von Faserzement bzw. Ferrozement gezeigt werden sollte: Drehbare Lamellenelemente, Schwingtüren, vertikal geschichteter Garten bzw. materialoptimierte Ferrozementdecken können zu raumprägenden Elementen im Gebäude werden.
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Innenausbau Textilfirma
für Meeta Jain Architects
2011 Bangalore, Indien

Innenausbau/ Entkernung des Gebäudes einer Textilfirma Bangalore, Südindien: Ziel war die Gestaltung der Arbeitsplätze (Textildesign/ Entwurf/ Nähereiwerkstatt/ Verwaltung/ Geschäftsleitung) und eine Ausformulierung der Präsentationsräume für Geschäftskunden.

Nach der vollständigen Entkernung und Reduzierung der Räume auf Beton, Putz und Versorgungs- leitungen, konzentrierten wir uns beim Möbelbau auf die Verwendung von Recyclingmaterialien, die im täglichen Produktionsablauf der Firma anfielen: Abfallprodukte wie Pappröhren auf welchen die Stoff- bahnen bzw. Garne geliefert werden, recyceltes Holz aus Verpackungskisten.
Die entkernten rauen und hohen Räume sollten durch die Möbel nicht kaschiert werden, vielmehr ging es um den Entwurf von vielseitig nutzbaren Möbelelementen (Segementmöbeln): ein Schrank neben einem Schreibtisch, beide erhalten die selbe Ausformulierung – sie dienen als Stauraum, Pinnwand und Abfalleimer. Es wird ein einfaches Segmentmöbel ausformuliert, beliebig erweiterbar oder veränderbar. Die recycelten Hölzer werden grob geschliffen, umleimt und lakiert und nur bei Bedarf z.B. an Schreibtischen werden Oberflächen appliziert. Die groben Materialien fördern eine aktive Aneignung - individuelle Arbeitsecken bilden sich aus.
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Kappler Knoten
Multifunktionswohngebäude für Studenten
2010 Freiburg

Am östlichsten Ausläufer Freiburgs, an der Schnittstelle zwischen Stadtrand und Schwarzwaldschnellstrasse wird das Haus zum Vermittler zwischen unterschiedlichen Massstäben und Situationen. Entlang der bestehenden Dorfstrasse streckt sich das Gebäude, fasst den Landschaftsraum und bildet so Übergang und Eingang zum neuen Haus. Als Landmarke und Gelenk wirft sich die Figur zu einem schlanken Turm auf und markiert schon von weitem den Stadteingang. Der an mehreren Stellen perforierte, langgezogene Gebäudeteil entland der Dorfstrasse bündelt die Studentenwohnungen horizontal und bietet über eine Promenade unterschiedliche Servicefunktionen an. In dem der Stadt zugewandten Trakt schließen sich öffentliche Bereiche wie ein Schwimmbad, ein Fitnessraum, eine Mediathek, Büros, Shops und ein Restaurant an, die den Übergang zu den Wohnungen für Senioren bilden. Der Turm beherbergt ein Boardinghotel für Langzeitbesucher, das sich aus eingeschossigen kleineren Wohnungen und zweigeschossigen Maisonettewohnungen zusammensetzt. Die Hotelwohnungen verschachteln sich um einen Boulevard, der den kompletten Turm durchzieht und sich and mehreren Stellen zu zweigeschossigen Aufenthaltsräumen weitet und den Blick auf den umliegenden Schwarzwald freigibt.
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STADT UND LANDSCHAFT

Wir begreifen Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe, als alternative Lenkungsform, die das gemeinschaftliche Handeln von staatlichen, privatwirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf Augenhöhe verfolgt: Die Stadt als Steuermann, der die Richtung vorgibt, dabei aber Impulse der Marktakteure und der Zivilgesellschaft aufgreift und versucht, für die oft widerstreitenden Logiken einen gemeinsamen Kurs zu finden.

In der Praxis Bedeutet dies Verfahren und Methoden zur Kommunikation und Gestaltung von Prozessen zu gestalten, die stark auf die jeweilige Aufgabe, und den Grad der Komplexität des Beteiligungsverfahrens zugeschnitten sind. Es bedeutet mit den Bergen an Informationen umzugehen, die heutzutage bei einem Planungsprozeß anfallen und diese für einen nachhaltigen Bürgerbeteiligungsprozeß aufzubereiten.

Dabei suchen wir in Zusammenarbeit mit allen Akteuren nach dem räumlichen, wirtschaftlichen und sozialen Hintergrund der Aufgaben, nach Entwicklungsprofilen, eindrücklichen Bildern und einer verständlichen Sprache. Lesarten, Interpretationen, Deutungen und die Auseinandersetzung mit sozialen Phänomenen der Nutzung von Raum erlangen dabei eine besondere Relevanz. Sie bilden die Basis in Findungs- und Aushandlungsprozessen unserer städtebaulichen Praxis. Es geht für uns im wesentlich darum, die Sichtweise zu wechseln, auf verschiedenen Ebenen von Stadtentwicklung für eine andere Wahrnehmung offen zu sein, zu kommunizieren und zu interagieren.


LEISTUNGEN

STADTPLANUNG
LANDSCHAFTSPLANUNG
INFORMIEREN, BETEILIGEN, KOOPERIEREN
ENTWICKLUNG, MODERATION VON BETEILGUNGSPROZESSEN
ENTWICKLUNG, MODERATION VON RAHMENPLÄNEN
MATA ALS EXTERNE BERATER
MOBILE ARCHITEKTUREN

Acqua Alta
Schwimmende Stadt in der Lagune
2013 Venedig, Italien

In einer Stadt aus Inseln schaut man oft und immer wieder über das Wasser. Im Falle Chioggias, wie auch Venedigs, wird dieser Blick von mittlerweile in jedem Gedächtnis präsenten, medial tausendfach wiederholten Stadtmotiven beeinflusst. Man will sehen, was man eigentlich schon kennt.

Die Schwimmrechen durchkreuzen quasi diesen Blick - einmal stationär an ihren jeweiligen Nutzungsorten und einmal als undefiniertes, temporäres Element während ihrer Schleppfahrten. Aus der Ferne erinnern die Schwimmrechen vielleicht an einen riesigen Muschelzuchtkorb, der im flachen Wasser der Lagune befestigt und zur „Ernte“ aus dem Wasser gezogen ist. Während dem Transport der Konstruktion jedoch werden Strassenansichten, Kompositionen und Häuserfluchten fragmentiert. Hinter den als schmale Linien sichtbaren Rechen formen sich Akzente neu aus und Perspektiven werden seltsam verschoben wirken. Es flirrt - ein Moiré Effekt, möglich durch die klare Einsehbarkeit der technischen Gliederung mit ihren geschichteten Balken. Dieses geometrische Raster schafft geradezu die Möglichkeit einer situativ inszenierten Durchkreuzung des touristischen Blickes. Eine unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutz unverrückbare Silhouette kann und soll hier auch in Frage gestellt werden.

Materialität und Konstruktion : Die für die Gründung der Lagunenstädte beschriebenen Holzpfähle sind der konstruktiv-formale, als auch materielle Ausgangspunkt. Die unsichtbaren alten Holzraster können imaginativ unter der Wasseroberfläche hervorgeholt und spielerisch variiert werden: Horizontal, vertikal, aufstrebend, kreuzend, verbindend, hinausstossend. Die Vorstellung eines „Herraufholen“ kann ruhig auch in Anspielung auf den steigenden Meereswasserspiegel und die Problematik eines versinkenden Venedigs gelesen werden. Die Traggerüst an sich, die horizontalen Balken entsprechen dabei nicht dem Material Holz, sondern einem leichten faserverstärkten Blähbeton, was wiederum als ein Rückgriff auf die Bauten der Lagunenstadt selbst zu sehen ist: Hier wurde um Gewicht zu sparen, aus leichten, hohlen Tonziegeln, den mattoni, gebaut. Um die Illusion von Marmor oder istrischem Stein zu erzeugen, wurden die Wände bei Bedarf mit einem besonderen Putz versehen. Dort wird das schwere Material Beton in die Form von Balken gegossen und das Gerüst - die gesamte Konstruktion - beginnt zu schwimmen - wiederum ein Spiel mit Realität und Fiktion.

Segmentierbarkeit und Raumkonzept : Durch die Verwendung möglichst kurzer Segmente wird eine maximale Segmentierbarkeit und Modularität erreicht. Teile der Struktur können einzeln oder auch als Ganzes versetzt und durch ein Befüllen der Schwimmelemente mit Wasser angehoben oder abgesenkt werden. Als potentielle Flächen für die schwimmende Stadt eignen sich die Flachwasserbereiche zwischen den Schifffahrtskanälen. Die Schwimmelemente sinken dabei in den Schlamm und Schlick des Lagunenbodens ein. Unter ökologischen Gesichtspunkten bilden sie einen Rückzugs- und Schutzort für Schalentiere und Jungfische. Innenräumliche Konstellationen entstehen durch Pneus und Folien, die sich variabel abspannen und aufblasen lassen. Es bilden sich so offene und geschlossene Räume mit unterschiedlichen, schichtbaren Funktionen: Messehalle, Kinosaal, Ausstellungsraum, Markt, Discothek.

Schnittdetail
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Caparossolanti – Muschelmänner von Cioggia
Im Gegensatz zu Venedig, der Touristenstadt, bildet in Chioggia der Fischfang die Grundlage für unzählige kleine Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe. Eine Besonderheit ist, daß die Einwohner der Stadt Chioggia sich traditionell als freie Bürger betrachten und sich dem italienischen Staat wenig verpflichtet fühlen. Die Lagune spielt für sie eine besondere Rolle als eine Art rechtsfreien Raum an, der sie auf Distanz zum italienischen Staat hält.

Ende der 1980er Jahre gab es eine folgenreiche Zuspitzung der Situation, als von Züchtern die philippinische Venusmuschel, das ‚schwarze Gold der Lagune’, angesiedelt wurde. Die Venusmuschel, die besonders gut in den von Industrieabwässern verschmutzten und aufgeheizten Gewässern gedeiht, wilderte schnell unkontrolliert aus und verdrängte die heimischen Muscheln in nur 20 Jahren. Caparossolanti - die Muschelmänner aus Chioggia - wurden berühmt für ihre illegalen Fangmethoden in den errichteten Sperrgebiet. Mit kleinen Booten und einen zusätzlichen nach unten auf den Meeresboden gerichteten Außenbordmotor, durchwühlten sie den schlammigen Boden der Lagune und spülten Muscheln und Schalentiere in eiserne Fangkörbe und Netze. Wohl über 1000 Muschelmänner in den Gewässern zwischen Chioggia und Venedig verdienen dabei wesentlich mehr als die traditionellen Fischer bzw. Muschelzüchter, deren Lebensgrundlage sie gefährden. Bekämpft werden die Caparossolanti von der Finanzpolizei mit ihren ‚gelbe Flammen’ genannten Booten. Bereits fünf Muschelmänner sind dabei ums Leben gekommen.


Sequenzen,
Siedlung Im Egert, Esslingen

In den 60er und 70er Jahren haben sich die Siedlungsflächen vom Neckartal aus die Hänge hinauf ausgedehnt. Dabei wurden großflächige Bereiche der Obstbaumwiesen beschnitten. Das kürzlich ausgeschriebene Baugebiet „Im Egert“ sieht eine Wiederaufnahme dieser Siedlungstätigkeit vor. Aber eine neue Splittersiedlung im Grünbereich trägt heute umso stärker Konfliktpotential in Bezug auf Landschaftsschutz und Naherholung in sich. Es hat sich ein Bürgerverein im Ortsteil Zell gegründet und eine langwierige Auseinandersetzung ist absehbar.

Die „Planungsgarage Im Egert“ zeigt gegenüber dem bestehenden Planfeststellungsverfahren, Bebauungsplan, Auslegungs- bzw. Anhörungsverfahren ein alternatives Plan B Verfahren für die Entwicklung der Siedlung auf: Die Planung ist dabei prozessorientiert und arbeitet mit offenen Netzwerken: Ausgangspunkt bildet der Begriff der Transformationslandschaft, wobei Lesarten, Interpretationen und Deutungen der Landschaft eine besondere Relevanz erlangen. Sie bilden die Grundlage und Einsätze der Findungs- und Aushandlungsprozesse.

Grünraumkonzept – Sequenzen
Im evangelisch geprägten Württemberg wurden das Land unter den Söhnen eines Bauern aufgeteilt. Dies führte über die Jahrhunderte nicht nur zu großer Armut bei der Landbevölkerung, sondern auch zu sehr schmalen und eigentlich nicht mehr zu bewirtschaftenden Grundstücken. Ein erster deutlicher Schritt hin zu einer größerteiligen Struktur war die Flurbereinigung in den 1960er Jahren. Hier wurden Felder zusammengefasst, die Obstbaumgrundstücke blieben in ihrer Struktur weitgehend erhalten. Sie waren als Freizeitgärten nutzbar.
Das Planungsgebiet, als Teil der Landschaft, umfasst hierbei eine größere Feldscholle inmitten der kleinteiligen Obstbaumwiesen. Direkt daneben befindet sich eine Schrebergartenkollonie und mehrere Villenanwesen.

In den ersten Schritten der Planung soll auf eine Baulandumlegung verzichtet und die Parzellierung der Umgebung übernommen werden. Dabei ergeben sich einige Potentiale aber auch Probleme: Vor allem aber entstehen Grundstückszuschnitte die erstmals schwer nutzbar erscheinen:
Der Garten: Das Areal wird schrittweise überformt und überwuchert. Dadurch wird den unterschiedlichen Ordnungen, den Widersprüchen und den Fragmenten, die die Identität der Grünstreifen ausmachen, Zeit gegeben, sich nebeneinander zu entwickeln, ohne jemals dem Zwang einer homogenen Struktur zu unterliegen.
In jedem Garten bietet sich ein anderes Bild: Ein Schattenspendergarten, ein wilder Garten, ein Bambusgarten, ein Küchen- und Kräutergarten, ein französischer Garten und ein Garten mit üppiger Vegetation etc. Diese Gärten sind das eigentliche Siedlungsprojekt.
Die zukünftigen Bewohner entscheiden über Struktur, Nutzung und Ausrichtung der Freibereiche.In ihnen drückt sich so die offene Struktur des Entwurfs aus, die subtile Übergänge zwischen privat und öffentlich herstellt. Sie filtern die Blicke und ermöglichen geheime Passagen. Sie versinnbildlichen den heterogenen und amorphen Charakter des Stadtrandes.
Die Siedlung kann dabei in zwei Richtungen gelesen werden: Einerseits bilden sich auf den Streifengärten Baugruppen, welche den jeweiligen Parzellenstreifen entwickeln, anderseits profitiert die Siedlung von der Diversität der Bepflanzung, die sich aus den monothematischen, aber direkt angrenzenden Streifen ergibt.

Ein gemeinsam angelegter Fußweg durch die Siedlung macht dies sinnlich erfahrbar, nicht als formale Linie, sondern als zeitliches Ereignis, dessen Kontinuität von der Diskontinuität der Bebauung gebrochen und überhöht wird und eine filmische Wahrnehmung der Umgebung induziert.

Die Bebauung als sekundäre Struktur
Es findet (z.B. über einen Zeitraum von drei Jahren) eine sukzessive, ergebnisoffene Besiedelung des Geländes statt. Die Gärten werden dabei zu einem Versuchsgelände für die spätere Bebauung. Flexible Formen zur Schaffung von Privatsphäre werden in fragmentarischen Interventionen erprobt. Die Besiedlung und Gestaltung des Gartens geht hier in eine Phase des Hausentwurf und Hausbaus über. Die Ergebnisse der Interventionen werden gemeinsam reflektiert, ausgewertet und umgesetzt.
Traditionelle Wohnformen sind dabei in keiner Weise ausgeschlossen, vielmehr geht es darum die Freiflächen bzw. die Gärten sinnvoll zu organisieren und eine aktive Beziehung zwischen außen und innen, privat und öffentlich herzustellen.

Machbarkeit und Dichte der Siedlung
Betrachtet man einerseits die geforderte Dichte und anderseits den durchgrünten Charakter der Siedlung spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Die Durchwegung basiert auf dem vorhandenen Wegenetz, wobei landwirtschaftliche Straßen zu einer ringförmigen Erschließung ausgebaut werden. Ein wesentlich geringerer Flächenverbrauch ist die Folge. Die Parkplatzflächen sind Teil der offenen Struktur des Entwurfs. In der Abfolge der Sequenzen bleiben einzelne Streifen leer, was insgesamt den Charakter der Siedlung stärkt und sie auch für anderweitige Nutzung öffnet.
Entscheidend in Bezug auf Dichte und Durchgrünung ist aber, dass die Grundstücke den spezifischen Bedürfnissen der Bewohner entsprechen. Die sinnvolle Aufteilung beruht auf dem menschlichen Rhythmus und den Beziehungen, die die Menschen zu ihren Gärten haben und die Gärten sind also nicht bloß grüner Randsaum der Häuser.
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Planungsstrategien
Landschaft auf Zeit
Siedlung im Egert, Esslingen

Die Gestaltung des Formlosen
Die Peripherie je nach Interesse und Blickrichtung eher verstädterte Landschaft oder verlandschaftete Stadt wirkt wie ein komplexen Gebilde an Differenzen, das sich sinnlich kaum zu erfassen läß. Die Peripherie tritt ihren Bewohnern dabei, trotz der fast vollständig menschengemachten Materialität als etwas Fremdes, Anderes und Unverfügbares gegenüber. Sie wirkt „planlos“, ist aber aus unzähligen jeweils für sich genommen rationalen Einzelentscheidungen entstanden. Raumordnung und Politik der Regionalentwicklung erwarten heute von der Stadtplanung wegweisende Antworten in Bezug auf die „Konfliktzone Kulturlandschaft“ „Kulturlandschaft als umfassendes und komplexes Gebilde an Differenzen“.

Das Planungsgebiet „Siedlung im Egert“ an der Peripherie der Region Stuttgart, der hier vorliegende Bebauungsplan und der dagegen operierende Bürgerverein und Landschaftsschutz stellen eine realtypische Situation hierfür dar. [] Exemplarische sollen für diese Siedlung Planungsstrategien entwickelt und diskutiert werden. Zum einen geht um das Gewöhnliche, Billige oder Alltägliche, um Zeit und Zeitläufe, das Individuelle und das Informelle.
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Prinzipien der des Alltags - Beobachtungen
Scheinbar unbedeutende Faktoren und Umweltbedingungen erhalten eine Rolle: Wie kann Gießwasser besorgt werden bzw. was geschieht mit den aufgelesenen Feldsteinen?

Vor Ort auf der Gemarkung „Im Egert“ haben sich seit den 1960er Jahren mehrere schmale Gartenstreifen entwickelt. Diese Gärten liegen zwischen ausgedehnten Feldern. Das Vorgehen der Pächter bestand jahrelang darin, in kleinen Aktionen vollendete Tatsachen zu schaffen (so lange das Getreide auf den Feldern hoch steht) und dann die Folgen abzuwarten. Durch das Zusammenwirken der Personen auf einem Grundstück entwickelte sich dabei ein komplexes räumliches System unterschiedlicher Hütten, Hecken und Beete, das sehr speziell an den Ort angepaßt ist. Das Vorgefundene ist in keiner Weise z.B. mit den Gärten des angrenzenden Kleingartenvereins vergleichbar (die Kleingärten sind auf der Grundlage einer Vereinssatzung entstanden).

Planungsgarage – Das Spielbrett als Planungswerkzeug
Wie kann geplant und gebaut werden? Wie kann ich einer Baugruppe beitreten? Welche Rolle spielen die Gärten? Die nächste Runde beginnt … Das Spielbrett als Planungswerkzeug übernimmt vielschichtige Aufgaben. Das Spiel bildet den grundsätzlichen Rahmen für Freilandversuch, Diagramm, Skizze und Muster. Die Projektschritte finden im Wechsel statt, sie umfassen Fragen des Erinnerns, Markierens, Prägens und Gründens.
Es wird gewürfelt. Auf dem Spielbrett werden bestimmte Spielfelder erreicht, daran geknüpft sind „Aufgaben-“ bzw. „Frage-/ Recherchekarten“. Die Spielkarten werden von den teilnehmenden Planern oder von aktiven Teilnehmenden in den Prozeß eingebracht. Sie ermöglichen eine Abstimmung auf bestimmte Anforderungen und Projektschritte. Das Spielfeld hat eine zweifache Bedeutung: zum einen als Skizze und Bleistiftdiagramm zum anderen auf der Grundlage der Parzellen als 1 zu 1 Analyse/Design/Bau – Versuch.

Planungsgarage – Spielbrett und Prozeßverlauf
Der Siedlungsplan zeigt schmale Siedlungsparzellen nach dem Muster der vereinzelten Gartenstreifen. Baugruppen können sich um die jeweiligen Parzellen bewerben. Parzellen werden Schrittweise zu Gärten, später entstehen die Häuser. (Der Planungsablauf basiert dabei auf dem Vorgehen der Pächter und der schrittweisen Entwicklung der Grundstücke.) Das Spielbrett findet dabei innerhalb des Planungsprozesses mehrfach Verwendung. Es entstehen feste Ablaufe und Fixierungen, die später helfen den komplexen Transformationsprozess zu steuern und andererseits Flexibilität ermöglichen.
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Planungsgarage – fragmentarische Interventionen
Anstatt zuerst die Infrastruktur wie Straßen, Gehsteige, Parks, Parkplätze zu planen und danach die Gebäude einzupassen, was eine rein quantitative Idee von Stadt untermauern würde, ist der vorgeschlagene Ablauf für die Interventionen ein anderer:
Man konzentriert sich zuerst auf punktuelle, kleinere Eingriffe, um herauszufinden, welche urbane Formen und Kommunikationen sich auf den Parzellen entwickeln können. Aufmerksame und kontinuierliche Beobachtung ist dann notwendig, um die spontanen Muster der Interaktion herauszufinden, die sich mit den Fragmenten entwickeln. Hat man dann infolge die Muster der Interaktion identifiziert, ist es möglich, die Gestaltungsansätze weiter zu entwickeln, ohne die bestehenden sozialen und räumlichen Dynamiken zu zerstören.
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Leiterstruktur, Banddorf
Siedlungsstruktur im Oberrheingraben
2010, Studie

In der Studie wurde eine siedlungstypologische Kartierung des Oberrheingrabens zwischen Speyer und Rastatt mit Blick auf die gesamte Region, das Strassendorf und das einzelne Gehöft erarbeitet. Der Fokus liegt dabei auf den Auswirkungen der Suburbanisierungsprozesse auf historische Siedlungsstrukturen der Straßendörfer, den Potentialen und entstandenen Problemen.

I Regionale Entwicklung - Leiterprinzip (Oberrheingraben von Basel bis Mannheim)
II Siedlungstypologie der Banddörfer - Herausforderung Suburbanisierung (Südpfalz, Nord Elsass)
III Strassendorfgehöft - Hofhaustypologie (Herxheim- Weyher/Kandel)

Raumprinzip der Leiterstruktur im Oberrheingraben :
Der Oberrheingraben war bereits in vorchristlicher Zeit ein wichtiger Transitbereich in Richtung Süden, nach Burgund und zu den Alpenpässsen. Dabei setzte die Besiedlung am Fuße der fruchtbaren Hänge von Schwarzwald, Vogesen und Pfälzer Wald ein. Heute zeigt sich hier in Nord-Süd-Richtung das Siedlungsband der Weindörfer.
Für die weitere Besiedlung in der Ebene stellten sumpfigen Bereiche und Altrheingräben lange Zeit eine natürliche Barriere dar. In Bezug auf den Handel zwischen den beiden Rheinseiten entwickelten sich gegenüberliegende Siedlungen etwas zurückversetzt vom Fluß. Mit der Zeit entstand die Leiterstruktur sich gegenüberliegender Städte: Freiburg – Colmar I Strasbourg – Offenbach I Wissembourg – Ettlingen/ Durlach etc. Später kamen vorgeschobene eher ärmliche 'Ankersiedlungen' für Bootsleute und Fischer hinzu. Diese Dörfer lagen am Rand der Niedertrasse, bzw. der Schwämmfächer, von wo aus das Gelände in Feuchtgebiete abfiel. Diese Siedlungstruktur aus zwei höhergelegenen Handelssiedlungen und einer kleineren Fischer- und Fährsiedlung am Rande des Feuchtgebietes bildet die Grundlage der weiteren Besiedelung: Freiburg – Breisach – Colmar I Strassbourg – Kehl – Offenbach I Wissembourg - Lauterbourg – Ettlingen/Durlach.
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II Siedlungstypologie der Banddörfer - Herausforderung Suburbanisierung :
Hinsichtlich des Landschaftsbildes und der Siedlungsentwicklung lassen sich Unterschiede bezüglich der beiden Rheinseiten feststellen. Auf der badischen, also westlichen Seite dominierte der Hardtwald mit einer Süd-Nord-Ausdehnung von fast 100 km das Gebiet zwischen Rastatt und Mannheim. Die barocke Stadtanlage Karlsruhes schob sich erst Mitte des 18. Jahrhunderts in die Waldfläche, die bis heute großflächig erkennbar geblieben ist. In der Pfalz zeigt hingegen sich heute ein Wechsel aus keilförmig auf den Rhein zulaufenden Waldflächen und bewirtschafteten Flurgebieten mit einer Breite von bis zu 50 km. Kleine Wege entlang der Rheinzuflüsse zwischen Hangkante und Altrhein, zwischen Wein- und Fischerdorf waren nicht mehr nur eine Verbindung zum anderen Rheinufer, sondern entablierten sich als landwirtschaftlich geprägtes Siedlungsband. Mehrere Ketten aus Straßendörfern entwickelten sich und profitierten von der fruchtbaren Erde, als auch von ihrer Lage an Handelsrouten.

Als Initial für ein verstärktes Anwachsen der Straßendörfer ist die 1850 entstandene Rheinbrücke bei Wörth und die zunehmende Industrialisierung in der Region Karlsruhe zu sehen. Verstärkt seit den 1960er Jahren entwickelten sich die ehemals landwirtschaftlich geprägten Strassendörfer zu Pendlerstätten. Bis in die 1970er Jahre verlief das Wachstum der Dörfer noch entsprechend ihrer gewachsenen Dorfstruktur entlang der Straßenachse linear, das heißt es entstanden weitere giebelständige Wohnhäuser in der Reihe der Straßendorfgehöfte.
Als ein Beispiel für ein ausgeprägtes lineares Wachstum ist die Achse Wörth - Kandel – Wissembourg - ist als direkte Verlängerung des Rheinübergangs zu sehen. Hier zeigt sich ein fast durchgängiges Siedlungsband aus acht Dörfern und fast 30 km Länge. Das Siedlungsbild mutet heute insgesamt recht monoton an, wobei sowohl der Charakter der Dörfer als auch Wechsel aus bebauter Struktur und Landschaft der weitgehend verloren gegangen ist.

Der Trend zum eigenen Einfamilienhaus im Grünen gab der Wachstumdynamik nach den 1970er Jahren einen kräftigen Schub und brachte ein Wachstum in der Fläche. Hinter der Dorfstraße und der Reihe giebelständiger Häuser wurde Bauland vergeben und die Vorort-typischen Sackgassen mit Wendeschleifen angelegt. Sowohl die Strassen, Parzellengrößen und Anordnung der Gebäude mittig auf dem Grundstück hatten wenig Bezug zur Umgebung und zur Struktur des alten Strassendorfs. Ein flächiges Wachstum traf auf eine lineare Siedlung.
Zusätzlich zum Wandel der Siedlungsstruktur stellt der stetig wachsende Autoverkehr ein großes Problem für die Strassendörfer dar. Als vorteilhaft im Vergleich zur Achse Wörth - Kandel – Wissembourg erweist sich hier die Achse Klingenmünster - Herxheim - Rülzheim. Durch einen zusätzlichen mittigen Anbindungspunkt an das überregionale Straßennetz kann der Durchgangsverkehr in den Straßendörfern reduziert werden.
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III Untersuchung eines Straßendorfgehöftes und seiner Einbindung in die Kulturlandschaft und ein künftiger Entwicklungsansatz :
Die Untersuchung der Siedlungstypologie im Oberrheingraben soll die Basis eines Entwicklungansatzes der traditionellen Strassendörfer bilden. Die bereits heraus gearbeiteten linearen und flächigen Wachstumstendenzen generieren folgende Frage: Welche Probleme und Entwicklungspotentiale bieten sich für die historische Struktur der Strassendörfer? Ein Blick in die kleinste Einheit, das einzelne Gehöft, soll als letzter Analyseschritt den Anfang für Antworten liefern. Die historischen Straßendorfgehöfte sind in je nach Grad der Zersiedlung der Dörfer in großen Teilen erhalten geblieben.

Die Grundstücke der Gehöfte haben einen langen Zuschnitt. Sie reichen von der Strasse bis in die Landschaft oder an einen Wasserlauf. Typischerweise liegt vorn an der Strasse das Wohnhaus, das Tor und ein Hof, der nach hinten raus von einem großen Wirtschaftsgebäude begrenzt wird. Daran schließt sich der Kräuter- und Gemüsegarten und weiter hinten die Stallungen an. Direkt dahinter verläuft ein parallel zur Dorfstrasse ausgerichteter Viehweg, der auch als dorfinterner Fußweg und Kommunikationsort genutzt wird. Die Tabackscheunen, Gemüsegärten, Obstbaumwiesen und weitere kleinere Schuppen reichen jenseits vom Viehweg teilweise weit in die Felder hinein. Hin zu einem Bach, der für die Bewässerung genutzt werden konnte.
Da die Siedlungen meist noch in den Niederungen der Bäche lagen, waren sie von Ferne, beim Blick über die Hügellandschaft kaum sichtbar.

Im Zuge des Wachstums der Dörfer wurde der hintere Teil der Gehöfte oft aufgegeben, Tabakscheunen abgetragen und die Bereiche dem Neubaugebiet zugeschlagen. Das Dorfbild wurde auf eine historisch anmutende Reihung alter, meist etwas heruntergekommener Fassaden entlang einer verkehrstechnisch überlasteten Dorfstrasse reduziert. Die Entlastung für die Gebäude an der Dorfstrasse, durch Gärten im hinteren Bereich der Parzellen und einen direkte Zugang zur Landschaft war nicht mehr gegeben und die Struktur von hinten her eingeengt. Die für das Strassendorfgehöft typische Abfolge und der tägliche Austausch zwischen Gebäuden und Höfen, Gärten und Freibereichen entlang der langen Grundstücke ging in den meisten Dörfern bis heute verloren.

Herxheim 2050
Entwicklungsstrategien für ein Strassendorf
2010 Pfalz, Oberrheingraben

Das folgende Projekt basiert auf der Analyse „Siedlungstypologische Kartierung des Oberrheingrabens“ Betrachtet man dabei die Achse Wörth - Kandel – Wissembourg zeigt sich eine weitgehend verdichtete Struktur, in Bezug auf die Achse Klingenmünster - Herxheim - Rülzheim zeigen sich noch große Lücken im Siedlungsband. Diese offenen Flächen ermöglichen einen Zugang zur Landschaft. Sie erhalten den Charakter der einzelnen Dörfer und rhythmisieren die Bewegung durch Pausen. Die Lücken bilden ein besonderes Potential im Siedlungsraster. Mit welchen Mitteln lassen sich diese Flächen langfristig dem Immobilienmarkt entziehen?
Mit dem Anlegen von großflächigen Parkanlagen auf den Wiesen und Feldern stände man einem großen Finanzierungsproblem gegenüber. Es soll also einen Hybrid geben. Ein Haus als Platzhalter, das zwar Wohnflächen schafft, also den Raum weiterhin verdichtet, aber auch ein Dazwischen hat, eine Durchlässigkeit zwischen Strasse und Wiesenlandschaft erzeugt. Es muss Lücken und Brüche definieren und damit eine starke Struktur vorgeben, wobei 10-20% der Flächen entlang der Achsen, für diese Platzhalter- oder Brückengebäude zur Verfügung stehen sollen.

Um eine weitere Wohnraumbebauung wird man angesichts der starken Nachfrage in der Region nicht herum kommen. Mit dem Weiterführen des linearen Wachstumsprinzips auf andere Art und Weise können einmal die alten Gehöfte in ihrer funktionalen Einheit erhalten bleiben, als auch schon existierende Siedlungen in „zweiter Reihe“ besser an die Landschaft angebunden werden.
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Die Platzhalterhäuser
Die Ergebnisse der Analyse und Kartierung sollen nun gewissermaßen ineinander oder auch gegeneinander montiert werden: Hofhäuser, Dorfstrasse und Landschaft.
Die Typologie des Hofhauses beinhaltet und erzeugt einen konstanten Austausch zwischen Dorfstrasse, Wohnhaus, Garten, Feldweg, Scheune und Feldern. Der Entwurf greift diese Bewegung auf. Die räumliche Struktur erscheint dabei auf den ersten Blick als Metastruktur, doch die Struktur ist sehr wohl verortet.
Die meist frontal zur Strasse ausgerichteten Giebel werden weit in die Landschaft hinein extrudiert. Es bilden sich Verwerfungen durch leichte Schrägstellungen, Falten und Verjüngungen, die bis zum Bach am Ende des Feldes reichen. Durch die Schnitte entstehen Rippen, bzw. schmale Hauselemente. Zwischen einigen Rippen schlängeln sich Wiesen, Bach und Gärten hindurch. Durch die gleichmäßige Rhythmisierung und ohne landwirtschaftliche Nutzung, sind die Zwischenräume von der Dorfstraße aus begehbar. Entsprechend der Platzhalteridee ist so ein direkter Übertritt von der Strasse in die Landschaft möglich.

Die Rippen entsprechen der Grundstruktur eines Gebäudes, wobei Grundriss, Höfe, Trennwände und Decken frei platziert werden können. Es entstehen individuelle Wohngrundrisse, die aber die Idee der alten Hofhaustypologie immer mittragen: eine lange Abfolge einzelner bebauter Bereiche, mehrerer Höfe und innenliegender Gärten. Die Rippenstruktur der Gebäude bietet eine erstaunlich variable Basis. Auch als Hallentragwerk kann sie verschiedenen Nutzungen zugeführt werden: eine Gärtnerei, ein Discounter, ein Handwerksbetrieb, Parkplätze aber auch ein Pferdehof sind realisierbar und können mit Blick auf sich Ergänzende Funktionen entstehen.
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Vorlesungsgebäude Pliensaubrücke
2012 Esslingen am Neckar

An den Fundamenten der Pliensaubrücke, eine der ältesten Steinbrücken Deutschlands entsteht ein Gebäude zwischen Fluss und Bahnlinie: ein eigenwilliges, widerborstiges Stück Architektur, eine Collage aus Versaztstücken, Erinnerungsfetzen und Wunschvorstellungen zur Stadt. Ein Dialog mit dem Fluss, den Grenzen und der Stadtmauer. Im Mittelalter verlief hier die Stadtmauer mit dem Brückenturm als Eingangstor zur Stadt. Die Brücke war wichtiger Teil der Stadtstruktur und Fluss eingebunden in das Leben der Bewohner. So denkt man jedenfalls. So sieht man es auf alten Postkarten. Denn nach der durch die Industrialisierung vorrangetriebenen Umgestaltung des Flußlaufs oberhalb und unterhalb der Stadt, kennt man den Turm eher als Orientierungspunkt, als Landmark im Niemandsland zwischen Schnellstraße - B10, Bahnhof und Flusskanal. Die Stadt und ihre Bürger verspüren wohl eine gewisse Sehnsucht nach dem alten „Bild“. Flüsse sind schön, oder? Wieder schön da die industriellen Abwässer nicht mehr direkt eingeleitet werden können. Die interessante Frage ist nun: Wie sich dem Bild annähern? Wie mit der Geschichte der letzten 100 Jahre umgehen, jener Zeitspanne zwischen Postkartenansicht und Gegenwart?

Das neue Gebäude ist auf das Wesentliche reduziert. Eine lange Figur aus Mauern und Rampen faltet sich ineinander und aneinander auf. Es wird gestapelt, geschichtet und verkreuzt. Die einzelnen Elemente fungieren als Treppen, Sitzgelegenheiten. Die Form des Gebäudes entsteht aus der Dynamik der Passanten und Fußgänger - Bewegungsmuster werden nachgezeichnet und vorhandene Höhenniveaus miteinander verschränkt: Merkelpark, verwaister Uferweg, Bahnhofsunterführung und Fußgängerbrücke. Hier wurden in den letzten Jahrzehnten Rampen und Über- bzw. Unterführungen geschaffen um irgendwie noch den Weg zur gegenüberliegenden Flußseite über die Schnellstraße zu ermöglichen. Hastig läuft man hier die Rampen hinunter und durch zugige Tunnel hindurch. Auf dem Lageplan zeigen sich Verkehrsachsen, Rampen und Unterführungen als parallel verlaufende und sich kreuzende Linien.
Im Verlauf der letzten Jahrzehnte wurden diese Linien immer dichter aneinander geschoben. Die Verkehrswege wurden verdichtet. Das Gebäude schiebt sich keilförmig als eine Faltung in die Struktur. Sie ist eine Klammer, die sich zwischen einzelne Fäden spannt, eine Zick Zack Form aus Wänden, die geschichtet, gefaltet und tatsächlich gestapelt werden – sowohl im Grundriss des Gebäudes als auch in der Materialwahl und Herstellung der Außenhaut. Betonplatten von gerade sanierten Schnellstraßen und Brückenelementen werden in schmale Stücke gebrochen und aufeinander geschlichtet. Sie bilden lange Wandreihen aus, die wohl anfangs besprüht später durch wilden Pflanzenwuchs durchgrünt werden. Die Bewegung, die die aufgeschlichtete und gefaltete Mauer im Außenraum aufbaut, setzt sich im Innenraum des Gebäudes fort, wobei eine Diagonale das Gebäude gliedert. Diese dominate Linie fungiert als Haupterschließungselement für die Vorlesungs-, Festsäle und Cafeteria, die sich im unteren Geschoss befinden.
Stadträumlich baut sich ein spannungsvolles Verhältnis zwischen Pliensauturm, Brücke und den Brückenrampen als neue Gebäude auf. Die Achse Fußgängerzone (Pliensaustraße), Pliensauturm, -brücke erhält ihre besondere Betonung zurück, sie wird durch die Setzung der Gebäude betont und Teile der Flussauen sichtbar. Zum einen findet dabei ein Rückgriff auf das historische Stadtbild, Stadtmauer, Stadttor, Brückenbauten, Mühlen und Brückenkloster statt, die einstmals zum Bauwerk der Brücke gehörten, zum Anderen werden Elemente einer industriell gefertigten Brücke einer anderen Nutzung zugeführt. Form, Funktionen, Bilder und Erinnerungen überschneiden sich. Dabei entsteht ein neues Gebäude, ein Versammlungsort, Bürgersaal und Vorlesungssaal für die FHTe Esslingen.
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Esslingen Pliensaubrücke


Vereinsheim Vogelsangbrücke
2012 Esslingen am Neckar

Der Entwurf entwickelt sich einerseits vor dem Hintergrund der „Parkplatzromantik“ auf dem Vereinsparkplatz des Rudervereins Esslingen, demgegenüber steht der „Sonntagsspaziergänger“ im angrenzenden Merkelpark und auf der Uferpromenade. Können sich diese beiden Bilder Überlagern? Ist eine Durchdringung möglich? Wie kann diese räumlich gefaßt werden?

Die Gebäude für Vereinsheim und integrierten Kindergarten unterhalb der Vogelsangbrücke geben eine doppelte Kammstruktur vor. Zum Uferweg hin öffnen sich tiefe Ausstülpungen, Freibereiche, die unterschiedliche Nutzungen aufnehmen: Kindergartenhof, Vereinshof, Verladehof, Parkhof, Umkleidehof, Hof für Gartengastronomie. Diese Kammstruktur ermöglicht also die Verschränkung sehr unterschiedlicher Funktionen. Vereins- und Gastronomiehof öffnen sich um Uferweg hin. Die Parkplatz- und Verladehöfe zur Bahnlinie. Die Stell- und Lagerflächen sind so vom Fluss aus nicht sichtbar, werden aber von der Straße aus gut erschlossen. Die Arkaden verbinden und trennen die jeweiligen Bereiche und zeigen sich sehr durchlässig. Dabei sind die Vereinshöfe zum einen als erweiterte Funktionsflächen der Parkplatzflächen unter der Brücke zu lesen zum anderen die Parkplätze als erweiterter Nutzungsraum für die Vereine multifunktional nutzbar.
Die als konträr wahrgenommenen Bereiche des Merkelparks mit Sonntagsspaziergängern und des wild-romantischen Parkplatzes mit Bier und Schmierfett finden hier eine Schnittstelle (Vereinsparkplatz Kanuverein Esslingen). Eine Schnittstelle, die den Raum zwischen kanalisierten Flussbett, Uferweg, Bahnlinie, Schnellstraße und Park neu definiert. Das Gebäude ist dabei auch allgemein als Initiator zu verstehen für öffentliche Nutzungen in den Randbereichen am Fluß bzw. der Schnellstraße. Vorhandene Phänomene der industrialisierten Bereiche am Fluss (z.B. die Jugendkultur auf Parkplätzen und an Tankstellen) bilden den Ansatzpunkt für eine neue Öffentlichkeit am Fluss.

Stadträumlich zeigt sich von der Brücke eine horizontale Staffelung durchgrünter Elemente. Ein weites grünes Dach. Auf dem Uferweg von unterhalb der Brücke wird der Pliensauturm als zentrales Element in Sicht- und Bewegungsachsen eingebunden. Die Uferpromenade weitet sich zum Turm und in Richtung Konzerthaus. Der Weg führt auf den Pliensauturm zu, wiederkehrenden Höfe rhythmisieren die Bewegung. Die Pflanztröge als oberer Abschluß der Arkaden betonen das horizontale Band der Vogelsangbrücke, im Gegensatz zur Vertikalität des Turms.
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Rahmenplan Gemeinde Neuenhagen
2013 Neuenhagen, Brandenburg

mit Jens Casper und Kopperroth
Die Entwicklung der Stadt Neuenhagen mit ihren knapp 17.000 Einwohnern wurde schon früher entscheidend durch den Bau der Ostbahn geprägt. Die S-Bahnlinie Berlin-Straussberg stellt auch heute für Neuenhagen sowohl städtebaulich als auch ökonomisch eines der wichtigsten Elemente der Stadt dar. Mitten im Zentrum gliedert die Bahnlinie Neuenhagen in zwei Stadtteile und hat über die Jahre ein extrem heterogenes Stadtbild geschaffen, dass einerseits durch ehemalige Betriebsflächen und -gebäude gezeichnet wird und andererseits durch seinen alltäglichen kulturellen Gebrauch geprägt ist. Nachdem die Stadt die angrenzenden Flächen größtenteils erwerben konnte, soll durch die Entwicklung eines Rahmenplans versucht werden die unterschiedlichen Interessen der Bürger, der Stadt als auch möglicher Investoren zu moderieren und die Ergebnisse dieses Prozesses in einer räumlichen Planung nach und nach zu fixieren.

Durch direkte und indirekte Beteiligungsformen kommuniziert der Rahmenplan die unterschiedlichen Interessen und überprüft Möglichkeiten der Realisierung, vermittelt aber auch die Grenzen der Machbarkeit. Wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist weniger die Umsetzung aller Wünsche als viel mehr in einem Prozess komplexe Inhalte und Beziehungen verständlich zu machen.
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UMBAU UND SANIERUNG

Unser spezieller Fokus als Architekten und Ingenieure liegt auf einem integrierten Planungsprozess und dessen Koordination und Kommunikation. Von Beginn des Planungsprozesses an arbeiten wir eng mit dem Bauherr/in zusammen und suchen nach Strategien die individuell auf den Kostenrahmen und die gebäudetypologischen Möglichkeiten zugeschnitten sind. Durch die Bündelung mehrerer Fachbereiche reduzieren wir die komplexen Schnittstellen bei Bestandsumbauten und Sanierungen und gewährleisten so eine Maximierung in Bezug auf Kostensicherheit und Planungsziele. Jedes Projekt hat dabei seine eigene Problemstellung die sich aus der Gebäudeform, den konstruktiven Gegebenheiten, der Besonnung und den klimatechnischen Schwachstellen ergeben. Bauen im Bestand bedeutet für uns die Verhandlung zwischen dem Erhalt bestehender Qualitäten und den sich aus der Schwachstellenanalyse ergebenden notwendigen Eingriffen. Meist sind es dabei weniger normierte Lösungsansätze, die zu einer Optimierung der Öko- und Kostenbillanz einer Sanierung führen, als vielmehr konzeptuelle Ansätze, die sich Schritt für Schritt im dem gegenseitigen Dialog erarbeiten lassen.

Das Arbeitsspektrum des Büros umfasst alle neun Leistungsphasen der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Integriert in den klassischen Planungsprozess reichen unsere Kompetenze weiter von der energetischen Sanierung und Begutachtung, über die Schadenskartierung von Holztragwerken bis zur Beratung von schadstofffreiem Bauen und Lehmbau.
Unser Anliegen sind Lösungen im Bestand und Neubau, die langfristig hohen Nutzungskomfort mit niedriger Umwelt- und Ressourcenbelastung verbinden. Der Schwerpunkt unserer Arbeiten liegt auf integralen Gebäude- und Energiekonzepten - einer Synthese aus bauphysikalisch optimiertem architektonischen Entwurf und darauf jeweils individuell abgestimmter Gebäudetechnik mit dem Ziel eines geringen Primärenergieverbrauchs.

LEISTUNGEN

ENERGIEBERATUNG
HOLZGUTACHTEN
SANIERUNGSKONZEPTE
BAUEN MIT LEHM
SCHADSTOFFFREIES BAUEN
KAUFBERATUNG VORBEURTEILUNG VON SANIERUNGSOBJEKTEN
KAUFBERATUNG VORBEURTEILUNG VON DACHSTÜHLEN



Dachstuhl
Sanierung und Ausbau
2013 Neukölln, Berlin

Die innere Bekleidung eines Dachstuhls in Berlin wird zum vielfältigen Aufgabenträger und räumlichen Element. Als hölzernes Inlay zwischen bestehenden Kaminen, Aussenwänden und Treppenhäusern nimmt es Anpassungen des Tragwerks auf, wird zur inneren bauphysikalischen Hülle, birgt Aufbewahrungsmöglichkeiten, Regale und Schränke und formt so den Innenraum. Gleichzeitig wird so dem Wunsch des Bauherren nach einem Kostenpuffer entsprochen. Die innere Hülle wird als klassische Vertäfelung sichtbar bleiben und kann so auch in Eigenarbeit hergestellt werden.
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Köhlerdorf
Umbau und Erweiterung
Calpeglio, Italien

Für den Erhalt eines alten Köhlerdorfes in den Bergen der östlichen Toskana, wird das bestehende Häuserensemble einer neuen Nutzung zugeführt und baulich und programmatisch erweitert. Die unterschiedlichen Funktionen bestehend aus Gemeinschaftsraum, Wohnraum und Arbeitsraum ergänzen sich gegenseitig und sind variabel miteinander kombinierbar. Der umgebende Landschaftsraum wird dabei zum verbindenden Element, und inszeniert über bestehende Wege den Wechsel zwischen den einzelnen Nutzungen.
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Einfamilienhaus, Dachstuhl
Fassadensanierung
2013 Freiburg

Ein Fertighaus aus den 1980er Jahren soll teilweise saniert und erweitert werden. Neben einer thermischen Verbesserung und dem Umbau des Daches soll die bestehende Terrasse vergrößert werden und ein altersgerechter Zugang geschaffen werden. Die Terassenbereiche erhalten eine neue Überdachung. Alle Maßnahmen sollen für eine spätere Sanierung des Erdgeschosses revisionierbar bleiben. Der Entwurf verbindet die Gartenterrasse und den erhöhten Eingangsbereich in Form einer vorgestellten Stahlkonstruktion, die Richtung Garten mit einem sichtbar bleibenden Betonträger abgeschlossen wird.
Eine hölzerne Konstruktion aus gekreuzten Stäben wird der Terrasse vorgestellt und bildet sowohl ein Rankgerüst für den Garten, als auch Absturzsicherung und Geländer. Die Attika des Vordachs folgt der Form der Terrasse, sie wird frei modelliert, aus dem Dachkörper "herausgezogen", und stellt einen Dialog her zwischen Sockel und Obergeschoss. Die durchlässige Holzkonstruktion mit eingelegter Verglasung, zeigt wiederum eine einfache gekreuzte Grundform. Das Vordach entwickelt sich zum Garten hin, es übernimmt verschiedene Funktionen u.a. lässt sich ein Sonnenschirm ausschwenken.
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Ausstellungsgebäude Tempelmauer
2013 Karnataka, Südindien

Die Kulturerbestätte umfasst eine größere Zahl an Tempeln in einer schlecht erschlossenen Region im Norden von Karnataka. Die Anlagen werden heute nicht mehr religiös genutzt, sie stehen allerdings in einem dichten Austausch ein mit den sie umgebenden dörflichen Strukturen.
Von der Kulturbehörde des indischen Bundesstaats Karnataka werden touristische Infrastrukturmaßnahmen als Kompass für die Region angestoßen. In Bezug auf das direkte Umfeld der Tempel sollen, in behutsamem Umgang mit der alten Bausubstanz, neue Gebäude entstehen: ein Verkaufskiosk, Toiletten, Ausstellungsbereiche etc. Dabei sollen die schützenswerten Bereiche einerseits klar definiert werden und eine Ausweitung der dörfliche Bebauung auf die Bereiche der Tempel verhindert werden, andererseits sollen die Tempelanlagen als essentieller Bestandteil im dörflichen Kontext erhalten bleiben.

Die häufig nur noch in Resten vorhandene Tempelmauer bzw. Dorfhecken bilden die Grundlage für das dorfräumliche Konzept. Die linearen Grundform der Mauer gibt die Richtung vor für die zu planenden Gebäude.
Der Tempelhof bleibt als eine offene lehmgedeckte Fläche erhalten, ergänzt durch Tempelbaum und Stitzsockel (im Gegensatz zur regulären Planung von Rasenflächen etc.). Schulunterricht, Markt oder auch Ringkämpfe können natürlich nicht zurückgeholt werden, allerdings wird der Museumsbegriff weiter gefasst: Die Anlagen werden häufig von einheimischen Touristengruppen, Schulklassen etc. besucht. Die neuen Museumsgebäude können in diesem Zusammenhang mehrfacher Hinsicht als Lehrgebäude dienen: Anhand von Regenwassermanagement, Schmutzwasserklärung der Toiletten etc.
Das Konzept eines Umfassungsrings für die Tempel wird weiter ergänzt durch wild wachsende Hecken. Die Regenüberflußbecken der Gebäude bilden dabei die Zonen für üppigen Bewuchs. Die Dorfhecke -früher eine Schutzhecke vor den Tieren des Waldes- wird hierbei als ein weiteres robustes Element der traditionellen indischen Siedlung aufgegriffen.

Als Schnittstelle zwischen Dorf und Tempelbezirk nehmen die Gebäude architektonische Merkmale von beiden Gebäudetypen auf: Die Betonständerstruktur, als Bauweise der indischen Kleinstadt, wird mit Granitbruch ausgefacht. Diese lose aufgeschlichteten Mauerwerksverbände sind Schalldurchlässig: Geräschhintergund und Stimmen aus Dorf und Tempel sind vor der Ausstellung im Innenraum wahrnehmbar. Regelmäßige, vertikale Wandschlitze stellen zusätzlich Außenbezüge nach beiden Seiten her. Vorteile des Wandaufbaus sind dabei die geringe Anfälligkeit für Bauschäden, durch gute Durchlüftung, bzw. durch Querbelichtung ein Verzicht auf Fensterelemente und zusätzlichen Einbruchschutz (als wesentlicher Kostenfaktor). Die Garnitbruchsteinwand entspricht außerdem einem preiswerten und ökologischen Baustoff, da die Steine meist vor Ort in nächster Nähe gewonnen werden können.
Für das Konzept eines Ausstellungsgebäudes können kleinere Fundstücke aus Grabungen in den Verband der Bruchsteinwand eingebunden werden und ohne zusätzliches Mobiliar und Kosten präsentiert und vor Diebstahl gesichert werden.
Die dunkle, reliefartige, grob geschalte Deckenplatte bildet einen starken Kontrast zum Tageslicht das fein dosiert ins Gebäude fällt. Die Ausstellungsstücke werden so in einem ähnlichen athmospärischen Kontext präsentiert wie an ihrem ursprünglichen Bestimmungsort im Tempelraum. Während der Monsunzeit werden sich auf der Unterseite der Deckenplatte Moosschichten bilden und später in der Trockenzeit nachdunkeln, Räucherkerzen und Öllampen geben der Decke eine tiefschwarze Patina. Das Altern des Gebäudes als ein ästhetischer Faktor geht hier mit in die Planung ein.

Local Hands: Das Konzept soll von lokalen Handwerkern und Bauunternehmen weitgehend ohne Bauaufsicht umgesetzt werden. Das Gebäude entspricht einer eingeschossigen Bauweise, mit geringen Spannweiten und regulären Bauteilquerschnitten. Ein Gebäude also, wie es hundertfach im Betonständerbau vor allem auch im Kontext der indischen Kleinstadt entsteht.
Zur weiteren Vereinfachung werden Schalungen angefertigt, die später von einer Baustelle zur nächsten weitergegeben werden können. Diese Bauteile geben einerseits einfache Details vor z.B. für die Dachentwässerung, andererseits bestimmen sie die Abmessungen der Gebäude und erleichtern dabei die Kommunikation auf der Baustelle („So und so viele Segmente breit und lang “).
Die vorgeschalten und in Beton kostengünstig herzustellenden Bauteile übernehmen jeweils mehrere Funktionen: Dachentwässerung, Belichtung von oben, Einbruchschutz. Das Regenwasser wird dabei über „Tropfsteine“ zur Zisterne bzw. zum Bereich der Hecken hin abgeführt, hier kann auf Verblechungen, Regenabflußrinnen etc. verzichtet werden. Ziel ist die geringe Anfälligkeit der Konstruktion für Bauschäden, ein geringer Wartungsaufwand und Kosten.

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Umbau und Innenausbau
Textilunternehmen
2010 Bangalore, für Meeta Jain Architects

Entwurfsziel war es Lobby und Präsentationsraum mit einer Geste zu verbinden: Begrüßung der Gäste/Kunden, Übersicht über das Warensortiment geben, formelles und informelles Verhandeln und Präsentieren der auf die Wünsche abgestimmten Textilien. Eine Geste, für die wir das Bild einer sich auf den Boden langsam abrollenden Stoffbahn fanden und ausbauten. Eine Stoffbahn, wie sie zu Hunderten in den Regalen der alten Halle lagerten, kreiert hier einen Raum im Raum, einen "roten Teppich" und ein Drehbuch zugleich.
Das Möbelelement beginnt auf dem Boden der Lobby. Ein schmaler Streifen aus Holz führt vom Boden vor dem Empfangstresen in den Präsentationsraum, wo er sich weitet, an den Ecken auffaltet und an der dem Eingang entgegen gesetzten Wand heraufzieht. Die Faltungen lassen eine informelle Sitzecke, Kisten- und Stauraum sowie eine Rückwand für besondere Präsentationen entstehen. Mit derselben Ausrichtung, aus dem gleichen Material gefertigt und freischwingend steht der Besprechungstisch auf dem Holzfußboden und bietet für den formalen Teil der Verhandlungen Platz.
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MATA ATLANTICA

„Mata Atlantica ist eine Vegetationsform in Brasilien die sich durch eine der höchsten Biodiversitäten der Welt auszeichnet. Die funktionalen Eigenschaften von Arten haben einen starken Einfluss auf die Eigenschaften eines Ökosystems. […] Auch relativ seltene Arten können die Beschaffenheit eines Ökosystems stark beeinflussen.
Eine hohe Artenzahl ist eine Bedingung dafür, dass in einem Ökosystem eine große Anzahl verschiedener ökologischer Funktionen übernommen werden kann (funktionale Diversität). Verändern sich die Umweltbedingungen, so kann eine zuvor wenig bedeutsame Funktion relevant werden. […] In einem artenreichen Ökosystem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass bereits Arten vorhanden sind, die diese Funktion ausüben können.
Wenn durch Vielfalt […] eine Stabilisierung von Prozessen und Zuständen ökologischer Systeme erfolgt, kann der Biodiversität ein Versicherungswert für das gesamte System zugeordnet werden.“
Quelle : dtv Lexikon

mataatlantika

Brückenraum
Temporäre Installation an der Autobahnschleife
2009 Karlsruhe, Südtangente

Die Installation inszeniert die ambivalente Lesbarkeit eines Brückenraums. Natürlichkeit und Künstlichkeit erfahren eine materielle Interpretation, die die bereits vorhandenen atmosphärischen Qualitäten des Ortes übersteigert und in einem räumlichen Eingriff fasst.
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Minidor,
White Text on the Backside
Video Intervention

2010, Bangalore, India
mit Dina Boswank

Technical equipement :
one Minidor
one projector with laptop and UPS
2 hrs
Thanks to
Jaaga, www.jaaga.in
Kiran Dsilva

Urban Text
While walking or driving through the city every day, several times even, again and again, one develops a certain way of perceiving the surrounding strcutures. As you walk through the city you bind spaces together in a subjective way: this can never be captured objectively, say by drawing maps to trace journeys, since it is the experience of walking or "passing by" that counts. A simple metaphor for these ways would be "the text", a cluster of words living along a line in space. The rhetorics of texts can be translated to one's personal movement in the urban structure and vice versa. Creating intertwined paths and weaving places, the pedestrian movements form one of those real systems whose existence in fact makes up the city. - Michel de Certeau

The White Text
Bangalore is currently quite popular for huge infrastructural problems. In the early evevning it seems to be impossible to move - you are standing. Every ten minutes the setting of persons, cars and houses change its face quickly, just to get frozen again. The common use of two-wheelers forces everyone to be really close to each other. Faces, Patterns, Parfume, Labors, Ganeshas, Music, Mobiles. One could use the waiting time to reflect creatively - triggering one's mind with textual screenings happening in between all these cars, bikes and rikshaws standing in the rush hour during sunset. The screen itself was at the backside of a three-wheeler (load carrier). One projector, a laptop and a battery (Uninterrupted Power System) made up the whole equipment. As soon as the signals became red or the traffic flow was slowly enough, everything got switched on. Short notes, imaginations, collections from similar urban agglomerations around the world were collected from a wide network of writers. Most of them are artist, ethnographers or architects. They walk, use the skateboard, sit next to the street, go by underground every day - and they write about it spontaneously. Roads and pathways are made of different materials, which then are used in a certain manner by the neighborhood. Certain man and woman are crossing the streets at a special time with a unique expression in their faces. On the writer's own daily ways, all things that are seen by him or remembering him on a far away thought, will get woven into a text, into words and questions. While reading and refering the words to one's own position, a communicational atmosphere will arise between the persons - a maybe not outspoken, but floating social network.

the writers, Julia Boswank, Dina Boswank, Johny Jaganath, Mithun Jayaram, Annabel Lange, Florian Meyer, Nele Wohlatz

Musterwohnung
Audioinstallation in bezugsfertiger Neubauwohnung

Im Rahmen der Ausstellung „en bloc“
2009, Karlsruhe
Realisation Markus Tauber, Akiro Hellgardt

Technische Umsetzung:
Audioaufnahmen
CD – Player
Funkkopfhörer
Schild mit Aufdruck

In einem gerade bezugsfertig gewordenem Neubau der Südstadt-Ost im fünften Stock steht die Wohnungstür offen. Ein Stimmengemurmel dringt auf den nach frischer Farbe riechenden Flur. Zusammen mit dem Künstler Akiro Hellgardt haben wir die Stimmen und Erzählungen von Menschen verschiedener Altersstufen aufgenommen, die sie rund um das neue Stadtquartier getroffen haben. Wir besuchten das neue Seniorenheim und befragten Arbeiter auf den Baustellen. Wir trafen uns mit Bewohnern des alten Stadtteils. In den Zimmern der Musterwohnung begegnen dem Besucher die Stimmen dieser Menschen und sie erzählen uns ihre persönlichen Geschichten vom Wohnen. Man lauscht dabei der Beschreibung einer Korkdecke in einer überdimensionierten Privatvilla während wir mit den Augen die Plastikfussbodenleisten abscannen. Man hört von der familiärer Enge in einem Haus in Marokko oder dem gemeinschaftlich von den Frauen genutztem Dachflächen, die nebenbei auch als Fluchtmöglichkeit für politisch verfolgte und Demonstranten genutzt wurden und beobachtet dabei die neuen Nachbarn in den umliegenden Wohnungen durch das Fenster. Man erfährt vom inneren Ringen einer alten Dame, ihr Haus im Allgäu zu verlassen um heute hier im Viertel im Altenheim zu wohnen, in der Nähe ihrer Kinder.
Die Stimmen klingen teils dumpf und weich, und es ist deutlich spürbar, dass diese Personen in mit Mobiliar angefüllten Räumen saßen, während jeder Schritt unter den Füssen in der Musterwohnung ein lautes Hallen auslöst.
Vor dem geistigen Auge des Musterwohnungsbesuchers zeichnen die Beschreibungen Bilder, die sich in Kontrast zur vorgefundenen Situation stellen oder diese auf eigentümliche Weise in anderem Licht erscheinen lässt. Man kann nicht umhin sich zu fragen, inwieweit die neuen Wohnungen und der neue Stadtteil unsere persönlichen Ideen, Wünsche und Vorstellungen vom Wohnen und Sich-an-einem- Ort -einrichten, aufnehmen kann.

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Responsive Suitcase
Calpeglio, Italien

Der Koffer als einziges Utensiel, das den Reisenden unterwegs noch materiell mit seiner Heimat verbindet. Ein Behältnis das kaum dafür gemacht ist neue Eindrücke zu sammeln, sondern nur indirekt durch seine reine Funktionalität eine Begegnung mit dem Unbekannten ermöglicht. Der "antwortende Koffer" verstärkt diese Schnittstelle und stößt als Mittel der Interaktion einen Dialog zwischen Ort und Besucher an. Innen und Aussen und Mitgebrachtes und Vorhandenes vermischen sich.
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LEHRE

UNIVERSITÄRE LEHRE

Markus Tauber war im Anschluss an sein Studium als Assistent am Lehrstuhl für Stadtquartiersplanung der TU Karlsruhe unter der Leitung von Prof. Markus Neppl tätig. Mathias Peppler ist seit 2011 Assistent am Lehrstuhl für Entwerfen und Bauen im Bestand an der BTU Cottbus, zunächst unter der Leitung von Gastprof. Jens Casper und aktuell unter der Leitung von Gastprof. Oda Pälmke.


SEIT 2008 ENGAGIEREN WIR UNS

Mata ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine Auseinandersetzung mit ihrer gebauten Umwelt und vermitteln ihnen Wissen über Stadt, Architektur und Design. Neben Workshops organisiert Mata Beteiligungskonzepe und Moderation von Planungsprozessen, in denen Kinder und Jugendliche eingebunden werden sollen. Angebote für Lehrerfortbildung und fachliche Unterstützung bei Integration baukultureller Themen im Unterricht sind ebenfalls Bestandteil des Portfolios.

Crack It
Create your own playground

2010 Thippasandra Bangalore, Indien
Realisation Markus Tauber, Dina Boswank

Technische Umsetzung:
Recyclingmaterialien : Fäden, Schnüre, Altpapier
Baumaushub: Lehm, Ton
Dinge des täglichen Gebrauchs : Plastikbehälter, Eimer
Dank an :
Pourous-City, www.cityspinning.org
Prayas Abhinav

C.R.A.C.K. I.T.
Cricket ist das einzigartige Spiel Indiens. Anders als z.B. Fußball kann es überall gespielt werden, ganz egal ob der Boden eben ist, es nur wenig Platz gibt oder das Klima heiß ist. Es findet sich immer ein Schläger, ein Werfer und dazu eine Schar Fänger, die sich mehr oder weniger über ein Gelände verteilt haben. Ist es Mittagszeit und die Sonne ist hoch am Horizont, stehen die meisten Beteiligten unter Bäumen oder bei einem Teeverkäufer. Kommt der Ball in die Nähe erwachen sie und die gesamte Stadt scheint am Spiel teilzunehmen. Ein wildes durcheinander Rufen beweist augenblickliche Teilhabe.

C.R.A.C.K. I.T.
ist abgeleitet von Cricket und bedeutet sein eigenes Spiel und dabei seinen eigenen Spielplatz zu erfinden. Wo ist Raum für Kinder? Der öffentliche Raum in der indischen Stadt ist dabei in jeder Hinsicht hart umkämpft: Straßenhändler, Kühe, Menschen, Autos und Verkehr. Raum ist überall, kann man sagen. Von den Planern der Stadt wurden kleine Flächen für den öffentlichen Raum gesichert – wobei hohe Zäune und winzige meist stark gepflegte Parksstreifen ”englische Rasenflächen” entstanden. Spielplätze mit normierten Spielgeräten in Form von Buchstaben - als Standard aus den 1980er Jahren - laden die Kinder zum Spiel und die Eltern zum zuschauen ein.

C.R.A.C.K. I.T.
fand 2010 unter dem Dach des offenen Projektraums “Porous City” auf einer Baustelle im Zwischenstadium statt. Der Projektraum wurde von Prayas Abhinav für ca. ein Jahr eingerichtet und sollte Projekte für Kinder ansprechen.

C.R.A.C.K. I.T.
fand in Zusammenarbeit mit den Kindern aus der Nachbarschaft auf einem Spielpatz unmittelbar vor dem “Dot” statt.
Das Projekt war in drei Schritten aufgebaut: Wir hatten die Kinder nach ihren Lieblingsorten bzw. kleinen Höhlen / “small caves” gefragt. Die Orte haben wir mit einer “Stillen Post” verbunden: d.h. Von der Baustelle aus - also dem Rohbau- wurde ein Fadengewirr gefochten und gespannt. Die Kinder konnten bestimmen wohin die Fäden gehen sollten. So konnte man sich Botschaften schicken und Geschichten erzählen - denn die Lieblingsorte dürfen natürlich nicht verraten werden. Gesprochen wurde durch Plastikeimer und Gefäße, wie sie billig überall zu kaufen sind. So entstand neben Strom-, Telefon- und Antennenkabeln eine neues Geflecht bzw. Netzwerk in der Siedlung oder zumindest in der näheren Umgebung des Rohbaus. Die Installation hatte für zwei Wochen Bestand.
In einem weiteren Schritt hatten wir gemeinsam mit den Kindern den Funk so zu sagen abgehört: ein Flüstern und ein Wispern und uns im Dot zusammengesetzt. Wir hatten notiert, modelliert und Geschichten geschrieben: zum Raum, zu den Orten, Botschaften und den Fäden gemeinsam mit den Kindern der Nachbarschaft. Von diesem Zwischenschritt einer konzentrierten Form des Arbeitens (Materialien: Ton, Fäden, Zeitungen) gingen die Ideen für die Umgestaltung des Spielplatzes aus.
Wieder spielte das “storrytelling” und ähnliche Materialien wie am Wochenende davor eine Rolle. Die Geschichten wurden adaptiert und die vorgefertigten Spielgeräte temporär verändert. Der abkapselte Raum des Spielplätze wurden dabei zum Umfeld hin geöffnet und in Bezug gesetzt. Auch der Zaun als fester Bestandteil des Spielplatzes wurde Inhalt des Spiels.

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Palaver
Temporäre Intervention auf einer Baustelle

2010 Thippasandra Bangalore, Indien
Realisation Markus Tauber, Dina Boswank

Technische Umsetzung:
Dinge des täglichen Gebrauchs :
Plastikbehälter, Eimer, Fäden, Schnüre
Dank an :
Pourous-City, www.cityspinning.org
Prayas Abhinav

Kommt, flüstert, sprecht, schreit, raschelt, raunt, lästert, schnattert, lacht, plappert.

In einigen Monaten werden neue Bewohner in diesem Haus wohnen. Ihre Stimmen, ihr Gelächter und ihre Geräusche werden durch Ventilationsschächte, Fenster und Türen zu hören sein. Momentan sind es noch fiktive Stimmen. Geisterstimmen. Aber jetzt, in einem Moment in dem das unfertige Gebäude ein Ort des Zusammentreffens ist, ein temporärer öffentlicher Raum, vermischen sich die Ebenen.
Die Installation spielt mit den beiden Bildern, den Erwartungshaltungen. Eine akustische Athmosphäre von sich überlagernden und nicht klar lokalisierbaren Stimmen entsteht, der man lauschen, die man aber auch selber kreieren kann. Die harten Oberflächen der rohen Betonwände, das Regenwasser das sich inzwischen im Gebäude angesammelt hat und der dunkle Treppenaufgang reflektieren und verstärken die akustische Blase.
Palaver verwendet ein kleines Spielzeug. Ein Büchsentelefon oder auch Schnurtelefon. Allerdings wurden anstatt von Blechdosen 15 Plastikeimer verwendet. Diese Eimer sind in jedem indischen Haushalt tagtäglich im Gebrauch und schmücken die Karren unzähliger Strassenhändler. Sie waren über das Gebäude und angrenzende Gelände verteilt und durch lange Schnüre verbunden, so daß man das Echo der Worte, die irgendwo hinein gesprochen wurden, irgendwo anders, an jedem einzelnen der „Ohrmuscheln“ vernehmen konnte. Dabei erwiesen sich diese Ohrmuscheln als gut funktionierende Richtlautsprecher, die die Schnüre in den Raum hinein quasi verlängerten und weitere imaginäre Linien in den wenig strukturierten langen Raum zogen.

Das Netzwerk spannte sich so über zwei Stockwerke. Jeder konnte in einem Eimer hinein flüstern, rufen, singen oder fragen und auf die Stimmen Anderer reagieren.

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Haptischer Irrgarten
Schwellen und Bodenbeläge ertasten
Grundschule Burgholzhof, Stuttgart

Kennen wir unser Schulgebäude? Den Auftakt bildete einen Gang durch das Schulgebäude mit verbundenen Augen und Barfuß. Jetzt wussten wir langsam wo es rauh und wo glatt ist, wo die Wände tatsächlich stehen und wo es sich besser laufen lässt weil es warm ist. Danach ertasteten wir uns den Weg in der näheren Umgebung, im Freien und im Schulhof. Man wurde dabei wiederum geführt von einer MitschülerIn. Etwas irritiert haben wir unseren Weg aufgezeichnet und später Frotageblätter angelegt. Dabei entstand ein neues Gebäude, andere Distanzen und Raumbegrenzungen. Aus diesen Erfahrungen haben wir uns ein 1 zu 1 Modell aus Recyclingmaterialien, Verpackungsmaterial, Schuhschachteln etc. erstellt und einen haptischen Irrgarten angelegt.
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